Der Coton de Tuléar:

Es gibt wohl weit und breit keinen Hund, der noch mehr wie ein wandelndes Stofftier aussieht, wie der Coton. Dabei ist das fröhliche weiße „Baumwollhündchen“ wirklich unerhört lebendig. Besonders hervorzuheben ist seine Robustheit - er ist kein "Modehund" oder „Schoßhund“ und wird hoffentlich auch nie einer werden!

Das Fell des Coton de Tuléar sieht aus wie eine aufgeplatzte Baumwollkapsel. Daher setzt sich sein Name aus seinem typischen, baumwollartigen Haarkleid und Tuléar, einer Stadt im Süden der Insel Madagaskar, zusammen. Heute ist er der Nationalhund von Madagaskar und ist dort noch in seiner Ursprünglichkeit zu finden! In der Kolonialzeit war der Coton de Tuléar der Lieblingshund des französischen Adels auf Madagaskar und für das gemeine Volk war es bei Strafe verboten einen zu besitzen. Bis vor etwa 30 Jahren war der Coton in Europa praktisch unbekannt. Glücklicherweise ist das inzwischen anders, obwohl der Coton noch immer zu den seltenen Hunderassen gehört. Die Rasse ist erst seit 1970 von der FCI anerkannt worden und deshalb noch recht ursprünglich. Mit einer Größe von 22 – 30 cm und einem Gewicht bis max. 6 kg ein echter Kleinhund. Wie sein Name schon sagt, ist seine Fellfarbe weiß --- und Achtung: auch schön gefleckte Welpen werden meistens weiß! Wichtig ist, dass sie ein gutes Pigment haben - auch für ihre Gesundheit. Die Nase und die Lidränder sollten immer ganz schwarz sein. Neben seinem bezaubernden Aussehen finden wir eine ganze Menge Verhaltenszüge am Coton, die nicht allen Kleinhunderassen eigen sind. Er hat nichts mit einem Terrier zu tun.

Sicherlich ist der Coton eine kleine Alarmanlage auf vier Pfoten, aber er ist kein "Kläffer". Angeschlagen wird immer dann, wenn er alleine ist oder für ihn völlig fremde Personen kommen - ein Coton hört das Heimkommen von Familienmitgliedern in der Nacht und schläft unbekümmert weiter! Da ein Coton neugierig auf alles Neue ist, nimmt er bei Besuch Kontakt auf und geht danach sofort seiner gewohnten, stets freundlichen Art nach und kümmert sich nur noch nach Aufforderung um den Besuch. Ein herausragender Wesenszug des Cotons ist es, "immer" gute Laune zu haben. Cotons sind unglaublich fröhliche, humorvolle, anhängliche und ausgeglichene Hunde, die sich absolut jedem Lebensumstand anpassen. Hauptsache für den Gutelaunehund ist, dass er immer und überall mit dabei sein darf! Mit dieser Anhänglichkeit muss man sich auseinandersetzen. Sie suchen ständig den Kontakt zu ihren Menschen, versuchen im Haus und Garten überall dabei zu sein. Der Coton ist kein Hund, den man lange alleine lassen kann und deshalb sind Cotons für ganztags Berufstätige nicht geeignet! Ein Coton de Tuléar läuft beim Spazieren gehen nicht weg, er entfernt sich nur unwesentlich von seinem "Menschenrudel" und hält dieses ständig im Auge. Er ist mit einem halbstündigen Spaziergang zufrieden; ein erwachsener Coton schafft aber auch spielend eine dreistündige Bergtour. Cotons sind sehr strapazierfähig und ausdauernd.

Der Coton ist leicht erziehbar und lernt sehr schnell, weil er alles interessant findet, was Mensch von ihm will. Er ist sehr intelligent und macht mit Hurra und Leichtigkeit Agility und Kunststückchen, was ihn auch zu einem guten Kinderhund macht. Anderen Hunden begegnet der Coton gewöhnlich freundlich und verspielt.

Etwas aufwändig - wenn auch nicht sehr zeitraubend - ist die Fellpflege. An seinem flauschigen Fell wird nie und zu keiner Zeit herum geschnippelt. Gerade das lange, dichte Haar gehört zu den rassetypischen Merkmalen des Cotons – wie der Name schon sagt. Ein Cotonbesitzer entscheidet sich meistens für diese Rasse, weil er einen Langhaarhund haben will. Wenn man es sich zur Gewohnheit werden lässt, ihn täglich zu bürsten, wird man kaum Probleme haben - vernachlässigt man dies, wird man Stunden verbringen, bis die Filzknoten wieder entfernt sind. Es ist aber nicht nötig, sein Haarkleid besonders zu schonen - er darf alles, auch bei Sauwetter spazieren gehen..... wird er wieder trocken, ist er wieder sauber, oder man macht eine „Unterbodenwäsche“. Ein Coton sollte ca. alle 3 – 6 Wochen mit einem sehr guten Shampoo und einer passenden Spülung gebadet werden, weil er kein Fell sondern Haare hat. Ein Coton hat keine Unterwolle und keinen jahreszeitlich bedingten Fellwechsel und haart kaum. Er ist für die meisten Hundeallergiker geeignet.

An Erbkrankheiten ist nicht viel bekannt. Alle Züchter im CTV müssen ihre Zuchttiere auf Augenerkrankungen und Knieprobleme (PL – Untersuchung) untersuchen lassen. Einige Züchter machen zusätzlich noch einen Gentest auf eine Augenkrankheit (CMR2-Test), einige einen Gentest auf eine Nervenkrankheit (BNAt-Test) und einige lassen freiwillig die Hüften röntgen (HD).

Zu wem passt ein Coton de Tuléar? Der Coton de Tuléar ist ein unkomplizierter Familienhund, aber genauso gut für Senioren oder Singles geeignet. Mit Sicherheit passt er aber nur zu Menschen, die es schön finden, in allen Lebenslagen einen kleinen weißen Schatten zu haben! Er ist unheimlich anpassungsfähig und ist deshalb in der Stadt ebenso problemlos zu halten, wie auf dem Land. Das Zusammenleben mit so einem intelligenten Tier ist eine großartige Sache, aber man muss sich bewusst sein, dass diese Freundschaft hoffentlich 15 Jahre lang, oder noch länger, besteht.

Rüde oder Hündin? Rüden markieren (manchmal machen das auch Hündinnen), Hündinnen werden 2 x im Jahr läufig. Rüden sind keinesfalls weniger anhänglich als Hündinnen. Man kann keine pauschalen geschlechtsspezifischen Vor- oder Nachteile nennen, denn das Verhalten eines Hundes ist – wie beim Menschen auch – Charakter- sowie Erziehungsfrage.